Beschleuniger
und Speicherringe - Linearbeschleuniger
Der Aufbau der LINAC`s zur Beschleunigung von Ionen
ähnelt sehr dem für Elektronen. Die technischen Merkmale und speziellen Eigenschaften
solcher Beschleuniger sollen im Folgenden besprochen werden. Zunächst wird der Protonen-LINAC betrachtet.
Protonen-LINAC
Ein Protonen-LINAC
besteht aus einer Ionenquelle, einem Vorbeschleuniger und einem Hochfrequenzbeschleuniger.
Die in der Ionenquelle
erzeugten Protonen werden mit Hilfe von Gleichspannung vorbeschleunigt.
Im Allgemeinen werden die Protonen hierbei auf Energien zwischen 450 keV und
750 keV beschleunigt. Anschließend werden sie mit Hilfe
von Driftröhren
weiterbeschleunigt und erreichen so eine Energie von 200 MeV (ca. 56% der
Lichtgeschwindigkeit
).
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Wie Elektronen-LINACs
arbeiten auch Protonen-LINACs im Pulsbetrieb. Die Fokussierung des Protonenstrahls
erfolgt durch Quadrupolmagnete
.
Protonen-LINAC`s werden meist als Injektoren
in große Protonen- Keisbeschleuniger eingesetzt. Dort können
Protonen bis auf eine Gesamtenergie von 1000 GeV beschleunigt werden. Mit Protonen- LINAC`s können
solche Energien nicht erreicht werden, denn sie müssten
hierfür eine Länge von über 500 km besitzen.
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Neutronenerzeugung
als Anwendungsbeispiel des Protonen-LINAC`s
Ein
Protonen-LINAC kann zur Erzeugung von Neutronen eingesetzt werden. Protonen
werden auf ein Target, bestehend aus neutronenreichen Elementen (z.B. Blei,
Uran), geschossen. Beim Auftreffen der Protonen auf die schweren Targetatomkerne
"zerplatzen" diese. Dabei werden viele Neutronen freigesetzt, die für
weitere Experimente
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verwendet werden können. Dieses Verfahren nennt
man Spallation.
Verwendet man einen
gepulsten Protonen-LINAC, so erhält man eine entsprechend gepulste und damit "regelbare" Neutronenquelle.
Dies ist ein Vorteil gegenüber Kernreaktoren, die üblicherweise
als Neutronenquelle verwendet werden.
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Antiprotonen-LINAC
Der Antiprotonen-LINAC
besteht - ähnlich dem Positronen-LINAC - aus zwei LINAC`s. Zu erst werden
Protonen auf einen Konverter (z.B. Beryllium) geschossen. Die dabei entstehenden Antiprotonen werden dann mit
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einem "umgekehrt gepolten" Protonen-LINAC
weiterbeschleunigt, die Protonen hingegen
abgebremst. Am Ende des LINAC`s sind nur noch Antiprotonen vorhanden.
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Schwerionen-LINAC
Der Schwerionen-LINAC
unterscheidet sich, bis auf die Beschleunigungs- elemente, nicht wesentlich
von einem Protonen-LINAC.
Da Schwerionen
ein Vielfaches der Protonenmasse besitzen, werden sie - bei sonst gleichen Bedingungen - weniger stark beschleunigt wie die Protonen.
Nach einer Vorbe- schleunigung mittels Gleichspannung werden die Ionen zunächst
mit Hilfe von speziell angeordneten Driftröhren
weiterbeschleunigt.
Zur Variation der
Geschwindigkeit werden am Ende des Beschleunigers
mehrere einzellige Beschleunigungs- strecken
verwendet.
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Die Beschleunigung der Ionen ist umso größer, je mehr Elektronen der Atomhülle
des Ions entrissen wurden. Man baut daher an verschiedenen Stellen der Beschleunigungsstrecke dünne
Kohlenstofffolien oder einen querenden Gas-Strahl ein. Bei Stößen mit diesen Hindernissen werden weitere Elektronen
aus der Atomhülle der Ionen entfernt. Ihre positive Ladung wird dadurch größer und damit auch die beschleunigende Kraft durch die elektrischen Felder
.
Mit Hilfe von Schwerionen-LINAC`s
lassen sich selbst schwerste Ionen auf Energien von 20 MeV pro Nukleon
beschleunigen.
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Da die Beschleunigungsstrecken der Linearbeschleuniger an räumliche Grenzen stoßen,
man die Teilchenenergie aber immer weiter erhöhen wollte, entstand die Idee der Kreisbeschleuniger.
Diese werden auf den nächsten Seiten besprochen.
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